Zum Affen machen, das kann man sich besonders schön nach dem hastigen Genuss von zwei bis drei Flaschen guten Rotweins. Und dann noch mal ganz besonders schön, wenn das schöne Geschlecht beiwohnt. Schnell sind da alle guten Vorsätze zum Herrn, der gesunde Menschenverstand über Bord, und man hält es mitunter für eine besonders schöne Idee, sein Herz aus – und den guten Wein über das adrette Beinkleid seines inzwischen bereits leicht angenervten Gegenübers zu schütten.
In Vino Veritas, sagt der Lateiner schön – im Wein liegt die Wahrheit. Nur ist die putative Wahrheit mitunter etwas, das man mal lieber schön mit dem Weine herunterschluckt. Bevor es anderen auf den Magen schlägt.
Nicht weniger unangenehm, wenn Tags darauf die Vögelein allenthalben von den Dächern pfeifen, dass man sich des Abends vorher schön einen gezwitschert hat. Und dabei den Schnabel nicht halten konnte. Ha, typisch! Da ist man mal einmal voll, und keiner hält dicht.
Selber schuld, wird der/die eine oder andere geneigte Leser(in) da schön zu denken geben und durchaus zu Recht die ernüchternde Frage stellen, warum man bei nächster festivitiver Gelegenheit nicht vielleicht a.) a Glaserl weniger trinkt, b.) nicht so viel dummes Zeug redet oder c.) einfach mal zu Hause bleibt? Da ist es nämlich auch schön!
In dem Zusammenhang fällt mir ein: Das schöne Wort “Affront”, kommt das nicht aus dem Französischen? Vielleicht liegt der Wortursprung ja auch ganz woanders und hat was mit hickehackevollen Primaten zutun. Die hätten’s gut. Die müssten sich dabei nicht mal mehr zum Affen machen.